St. Petersburg City Drift

Laboratoire dérive St. Petersburg sent some first pics from their urban drift on saturday! Regarding the photos St. Petersburg faced similar wheater conditions as we did in Vienna – brrrr! Looking at the pictures Austrians might recognize familiar branding in the background. Well, it's international business, isn't it?  :-) 

Thanks so much to Dmitry Vorobyev who organized laboratoire derive St. Petersburg and all the participants joining the international research journey in Russias cultural capital! You'll soon find more about the international laboratoire derive journeys in our laboratoire dérive archiv … right after the urbani2e! Festival … 

Photocredit: © Dmitry Vorobyev

laboratoire dérive: Von Kirtag und Zentralfriedhof

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Erste Fotos und Berichte von den laboratoire dérive Forschungsreisen sind bei uns eingetroffen. So weit wir bisher wissen, haben sich trotz feuchtkaltem Wetter in Wien vier Forschungsbanden aufgemacht, um sich der Psychogeographie auszuliefern. Drei davon starteten vom Praterstern im 2. Bezirk in dessen Mitte der Bahnhof Praterstern liegt. Dementsprechend gab es viele Möglichkeiten sich auf den Weg [...]

Es war uns ein Vergnügen …

… das urbanize! Festival 2011 am Freitag Abend mit euch zu eröffnen. Der Besuch im Planetarium hat deutlich gezeigt: Der Urbanisierungswille ist unter Wiens Stadt-Aficionados höchst ausgeprägt!

Mit ein bisschen Lampenfieber und zugleich glücklich, dass es jetzt endlich mal los geht nach den Wochen und Monaten des Planens, Kuratierens und Organisierens, starteten wir den Eröffnungsabend mit dem Warum, Was und Wer von urbani2e!

Vizebürgermeisterin und Planungsstadträtin Maria Vassilakou eröffnete das Festival dann mit Gedanken zur Eventisierung und aktiven Gestaltung von Stadt, denen wir uns gerne anschließen. Barbara Holub, Künstlerin, Urbanistin und langjähriges Mitglied der dérive-Stammredaktion stellte die Plattform urban-matters.org vor, eine anwachsende Sammlung von künstlerischen und experimentellen Planungstools jenseits der üblichen Werkzeuge. Spannend – am besten einfach mal reinschauen.

Und dann ging es wirklich los mit den Urbanen Vergnügungen und der Einführung ins aktuelle dérive #45 von Schwerpunktredakteur Erik Meinharter. Bernhard Schäfers, em. Professor für Soziologie und Leiter des Instituts für Soziologie, Medien- und Kulturwissenschaft an der Universität Karlsruhe, referierte in einem launigen 20min-Vortrag zum Vergnügen in der Stadt mit Start in der Antike, dem man gerne nochmal mindestens doppelt so lange zugehört hätte.

Am Podium untersuchten Sabine Gretner, Architektin und Planungssprecherin der Wiener Grünen, Praterverbands-Präsidentin Elisabeth Kolarik und Historiker Siegfried Mattl dann gemeinsam mit Bernhard Schäfers die Rolle des Wurstelpraters im Hier und Heute, bis Moderator Erik Meinharter kurzerhand die Diskussion ins Foyer an die Bar verlegte.

Dort wartete die Bar-Crew von Andrea Malzer bereits sehnsüchtig auf durstige Gäste, die DJs von Zirkus Maximus beschallten den Raum themengerecht mit Sounds rund ums Vergnügen und wer ein ruhiges Händchen hatte, konnte beim urbanize! Dosenschießen sensationelle Preise gewinnen.

Vergnügliches hatte auch die feine Sammlung des Pratermuseums in petto, das exklusiv für den urbanize! Auftakt seine Pforten bis 23 Uhr offen hielt. Wer‘s gestern nicht hin geschafft hat, dem sei ein Besuch beim Wahrsageautomat "Internationales Heiraths Vermittlungs Bureau" und vielen anderen Attraktionen aus der Geschichte des Wurstelpraters wärmstens empfohlen!

Alleine der gemeine Temperatursturz sorgte für erschwerte Bedingungen für alle RaucherInnen, die sich nach draußen vors rauchfreie Planetariums Foyer begeben mussten – bei gefühlten 3°C. Begleitet wurde der Eröffnungsabend via Super-Service-Express-Live-Ticker vom Institut für Alltagsforschung. Wer nicht dabei war, kann somit zumindest fast alles nachlesen: Alltagsforschung-Live oder sich hier noch mehr Fotos ansehen.

Uns hat es jedenfalls Spaß gemacht! 
Die dérives

Schön ist so ein Ringelspiel …

urbani2e! 2011 startet am Freitag, den 7.10. im Plantarium im Wiener Prater mit einer Veranstaltung zum Thema "Urbane Vergnügungen". Auch die neue Ausgabe von dérive – Zeitschrift für Stadtforschung widmet sich diesem Thema, mehr dazu in Kürze. Als atmosphärische Einstimmung ist hier der Trailer von Ulrike Ottingers Film Der Prater, der 2007 in die Kinos kam,  zu sehen.

In einem Interview sagt Ottinger über den Prater:

Der Prater ist über die Praterstraße in direkter Linie mit der Innenstadt verbunden. Vom Riesenrad kann man zum Stephansdom blicken und umgekehrt – ein Bild für die Verbindung von Sünde und Buße. Deshalb geht es traditionell nach der Firmung im Stephansdom zum Vergnügen in den Prater. Viele Generationen von Österreichern folgten und folgen noch heute dem Ritual dieser doppelten Initiation. Obwohl der Prater in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt liegt, ist er ein exterritorialer Ort. Hier ist – fast – alles möglich. Die Armen begegnen den Reichen; das Land der Stadt; die Ausländer den Urwienern. Für die wohlhabenden Vergnügungsreisenden, vor allem aus Indien oder den Emiraten, ist der Praterbesuch fester Bestandteil ihrer Europareise. Vielleicht haben ihre neuen Reiseführer aus alten Baedekern abgeschrieben, oder sie haben eine spezielle Vorliebe für diese Art von Vergnügungen.

Das komplette Interview ist hier zu lesen: www.prater-derfilm.com

Der Rausch im Plänterwald

Eine kleine Geschichte des Berliner Spreeparks

Passend zum Thema der Auftaktveranstaltung von urbani2e! 2011 – Urbane Vergnügungen – und als Ergänzung zum Schwerpunkt der neuen Ausgabe von dérive (Heft 45) veröffentlichen wir einen Artikel von Adrian Flux und Michael-Franz Woels über den Spreepark in Berlin.

"Es fährt kein Zug durchs nirgendwo…"

Urbane Freizeitgestaltung ist ein gutes Beispiel für den Versuch der Etablierung portionierten Vergnügens. Ein vorgesehener Bereich wird auserkoren, umzäunt, mit Parkmöglichkeiten umringt, den öffentlichen Verkehrsmitteln zugänglich gemacht und einem bestimmten Zweck gewidmet. Innerhalb dieses behüteten, meist auch bewachten, Gebiets soll Spaß angepflanzt, der Boden für Vergnügen urbar gemacht und Nutzen gezogen werden. Erwachsen soll indirekte Produktivität, also eine brave und ausgeglichene Produktionsgesellschaft und direkte Produktivität, also Einnahmen für Stadt und Wirtschaft. Zudem soll ein Platz entstehen, an dem Jugendliche ihre überschüssige Energie ausleben können, ohne das dafür nicht vorgesehene -weil ja dafür nicht geeignete – städtische Inventar benutzen zu müssen …

Foto: Adrian Flux

Solange der territorialisierte Verwertungsbetrieb der ineinander verzahnten Produktionskomponenten reibungslos läuft und genug Sprit – die Stadt und ein paar Banken als Startkurbel und Anlasser, die Ausgaben der Besucher für den Eintritt, die Fahrgeschäfte und für heiße Würste und Erfrischungsgetränke als Kraftstoff – vorhanden ist, behält die Institution ihren Sinn und ihre Existenzwürdigkeit. Doch was passiert, wenn, wie im Fall des Herrn Norbert Witte (http://www.achterbahn-der-film.de) der Mechanismus auseinander bricht und nur noch der unverwertbare Rest der ehemals Kinderaugen leuchtend machenden Attraktionen als Schrott in der nunmehr brachliegenden Landschaft verteilt liegt?

Foto: Adrian Flux

Zweierlei passiert: Zum einen wird das Gebiet zu einem Unexistenten: da die Natur all das ist, was das Menschliche nicht ist, existiert das von der Natur rückeroberte und vom Menschen nicht genutzte Terrain nicht mehr. Zum anderen wird es zum Schandfleck der Stadt. Denn wenn es doch genutzt wird, dann nur noch von schändlichen Individuen, die in ihm Unerwünschtes, gar Verbotenes  treiben, was zur Folge hat, dass es – was noch schlimmer scheint – zum Sperrgebiet erklärt wird. So vegetierte der Spreepark von 2001 bis 2009 vor sich hin, von der Stadt zwar bewacht aber nicht beachtet …

Foto: Adrian Flux

Seit 2009 engagierte sich das Team um Christopher Flade (www.berliner-spreepark.de), der diesen Herbst gemeinsam mit dem Unterhaltungswissenschafter Dr. Sacha Szabo (http://www.sacha-szabo.de/) eine literarisch-wissenschaftliche Parkführung und -geschichte in Buchform veröffentlichen wird, in Eigeninitiative für den verwitterten Vergnügungspark. Geführte Touren werden organisiert, die den wildromantischen Charme des verschmähten Geländes aufzeigen und den Besuchern die immer noch im Äther schwirrende Heiterkeit näher bringen sollten – meist mit von der Partie ältere Herrschaften, die mit einem Tränchen im Auge noch das verhallte Kinderlachen zu hören meinten. Da diese Wochenend-Touren immer mehr bemerkt und freudig angenommen wurden, entschloss man sich Anfang 2011 das Gelände wieder für Veranstaltungen zugänglich zu machen. Es erfolgt gerade eine temporäre Festivalisierung dieser urbanen Brache, dieser sich im Taumel befindenden Subwelt … 

Foto: Adrian Flux

Es gibt bereits seit 2001 verschiedene Vorschläge, was aus dem Spreepark werden soll, aber bisher ist keiner verwirklicht worden. Dies liegt entweder an der Stadt Berlin, die den Plänen im Wege steht, oder an der Nichtdurchführbarkeit der Projekte.  Nun, da der Spreepark durch die Initiative von ein paar freiwilligen Raum-Pionieren wieder auf der Bildfläche aufgetaucht ist, wird erneut darüber debattiert, was aus ihm werden soll. Der abgegraste Boden ist untergepflügt, frische Erde zum Vorschein gekommen. Und wieder wird urbar gemacht, bepflanzt und auf reiche Ernte gehofft. Es bleibt die Frage offen, ob nicht der unbeachtete, links liegen gelassene Vergnügungspark mehr Verwahrlosungs-Charme besessen hat als das, was jetzt wohl im Zuge der Kommerzialisierung dieser Flächen wieder aus ihm werden wird …

Text: Adrian Flux und Michael-Franz Woels / Bilder: Adrian Flux

Weitere Links: Spreepark (Wiki): http://de.wikipedia.org/wiki/Spreepark Norbert Witte (Wiki): http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Witte Set us on fire! Festival:  http://setusonfire.tickets.de/de/customer/venues/show/353-Spreepark_Berlin Luna Land Festival: http://stadtkind.com/2010-08/luna-land-festival-spreepark.htm Luft und Liebe Festival: http://www.kultmucke.de/05-08-08-2011-berliner-luft-liebe-festival-spreepark-planterwald/ Burn Out Man: http://deadcatbounce.blogsport.de/2011/05/25/spreepark-geoeffnet-freier-eintritt-ins-katastrophengebiet-luna-park-und-burn-out-man/